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Geschichte


Über 115 Jahre Mühlengeschichte in Althaldensleben: Vom Bau als Motormühle über die ungewöhnlichen technischen Ideen von Otto Meißner bis zum heutigen Fachgeschäft für Tier- und Imkereibedarf.
Müllermeister (1898 – 1972)

Otto Meißner

Müllermeister Otto Meißner kaufte die Motormühle 1928/29 und führte sie über vier Jahrzehnte. Als Müllermeister und Techniker suchte er immer wieder nach eigenen Lösungen: Er experimentierte mit verschiedenen Motoren – vom Deutz-Diesel bis zum Sauggasantrieb – und plante nach dem Krieg eine eigene Windkraftanlage auf dem Getreidesilo, um die Mühle unabhängig mit Strom zu versorgen.

  • Schwarz / Calbe
  • Windkraft-Pionier
Stadt Haldensleben

Station 15

Die Mühle Meißner gehört zum Historischen Rundgang Althaldensleben (Station 15). Eine Hinweistafel der Stadt an der Außenwand beschreibt die Baugeschichte des Gebäudes und die technischen Besonderheiten der Mühlenanlage.

  • Technisches Denkmal
  • Althaldensleben

Chronik

1905 – Heute
Über ein Jahrhundert Mühlengeschichte
1905 – 1909

Errichtung als Motormühle

Klostermüller August Mehlmann ließ die Mühle zwischen 1905 und 1908/09 als Motormühle an der Neuhaldensleber Straße in Althaldensleben errichten. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten während der Inflation endete der Betrieb 1926.

1928 / 1929

Kauf durch Otto Meißner

Müllermeister Otto Meißner aus Schwarz an der Saale kaufte das Anwesen und nahm den Mahlbetrieb sowie den Futtermittelhandel wieder auf. Seitdem ist die Mühle in Familienbesitz.

1932 – 1942

Antrieb im Wandel: Deutzmotor & Sauggas

Weil der Stromantrieb zu teuer wurde, baute Meißner 1932 einen Deutz-Dieselmotor ein. 1942 führte der Mangel an Dieselöl zur Umstellung auf einen Sauggasmotor, der mit Anthrazitkohle betrieben wurde. Als im Krieg auch diese Kohle fehlte, kehrte die Mühle zum Stromnetz zurück.

1947 – 1948

Bau des 500-Tonnen-Silos mit Windkraftanlage

Wegen häufiger Stromabschaltungen in der Nachkriegszeit plante Otto Meißner eine eigene Windkraftanlage. 1947/48 entstand dafür ein 500-Tonnen-Getreidesilo aus Ziegeln. Baumaterialien und alte Elektrokarren für den Mehltransport organisierte Meißner vom nahen Schießplatz Hillersleben. Als Mast für den Generator montierte er ein ausrangiertes Geschützrohr auf das Dach des Silos.

1948 – 1973

Währungsreform, Nachkriegszeit & Rückbau

Das Silogebäude wurde fertiggestellt, doch durch die Währungsreform 1948 fehlten die Mittel, um die Windkraftanlage wie geplant komplett fertigzustellen und dauerhaft in Betrieb zu nehmen. Eine Tageszeitung berichtete am 29. August 1949 unter der Überschrift „Naturkräfte werden genützt“ über das Vorhaben. Da sich die Stromversorgung in der DDR mit den Jahren wieder stabilisiert hatte und die Anlage ohne Otto Meißner nicht mehr technisch weiterverfolgt wurde, bauten Sohn Bruno Meißner und die Familie den oberen Turmschaft samt Generator 1973 – ein Jahr nach dem Tod des Vaters – aus Sicherheits- und Platzgründen wieder ab. Das massive Ziegelsilo selbst blieb als Getreidespeicher voll erhalten.

1972 – 1992

Mühlenbetrieb unter Bruno Meißner

1972 übernahm Sohn Bruno Meißner die Mühle. In den folgenden zwanzig Jahren wurden jährlich rund 520 Tonnen Getreide vermahlen, vor allem für Bäckereien aus der Umgebung.

1992 – 2010

Neuausrichtung zum Landhandel unter Helga Meißner

1992 endete das Mahlen von Mehl. Helga und Bruno Meißner bauten den Betrieb anschließend zu einem Land- und Futtermittelhandel um. In den folgenden Jahren erweiterten sie das Sortiment für Tierhalter und öffneten die historische Mühle regelmäßig für interessierte Besucher.

Seit 2010

3. Generation: Sabine Meißner & Imkereibedarf

2010 übernahm Tochter Sabine Meißner das Geschäft in dritter Generation. 2012 nahm sie zusätzlich Imkereibedarf fest ins Programm auf. Heute bietet die Mühle Meißner Futter und Zubehör für Haus-, Nutz- und Zuchttiere sowie ein vollständiges Sortiment für Imker.

Besuchen Sie unseren Mühlenladen

Kommen Sie gern in Haldensleben vorbei. Wir beraten Sie persönlich und unterstützen Sie bei der Auswahl des passenden Futters oder Imkereibedarfs.